Möbel abschleifen

Der ein oder andere von Euch hat sicherlich bereits so manches Schmuckstück auf Dachboden oder Flohmarkt entdeckt. Doch oft hat der Zahn der Zeit an den Möbeln genagt. Viele Möbelstücke wurden im Laufe Ihres Lebens mehrmals neu lackiert. Mit etwas Mühe und der richtigen Vorgehensweise kann es aber gelingen, alte Anstriche zu entfernen und die alten Holzmöbel wieder in neuen Glanz erscheinen zu lassen. Das Abschleifen von Möbelstücken ist dabei oft eine gute Wahl alte Lacke zu entfernen. Aber nicht nur in diesem Fall wird das Möbel abschleifen benötigt.
Ihr wollt ein Möbel neu lackieren? Auch dann muss das Schleifpapier als Vorbereitung für einen neuen Anstrich geschwungen werden. Das Anschleifen mit einem feinen Schleifpapier sorgt dafür, dass folgende Lacke besser halten. Mit Schleifpapier lassen sich zudem Oberflächen wunderbar einfach glätten. Ihr habt Fehler und Kratzer im Holz? Mit einem Holzkitt können solche Mängel beseitigt und mit Schleifpapier die Oberfläche geglättet werden.

Möbel abschleifen – grundsätzliche Arbeitsschritte

Vor dem Bearbeiten solltet Ihr bei Möbel alle Griffe und Beschläge entfernen. Das macht die Arbeit erheblich einfacher und Beschädigungen der Metallteile werden ausgeschlossen. Türen von Schränken und Kommoden nehmt Ihr besser ab. Das Abschrauben dauert zwar ein wenig, dies holt Ihr allerdings bei der späteren Bearbeitung durch die einfachere Ausgangslage beim Schleifen wieder herein.

Die grundsätzlichen Arbeitsschritte beim Holz Schleifen sind immer gleich. Ihr beginnt man mit einem groben Schleifpapier. Bei Schleifpapier mit einer Körnung von 60 oder 80 verschwinden alte Lackreste und Unebenheiten schnell. Beim Mittelschliff kommt dann etwas feineres Schleifpapier mit einer Körnung von 80 bis 120 zum Einsatz. Abschließend kommt für den Feinschliff Papier mit einer Körnung von 120 bis 360 zum Einsatz – je nachdem wie glatt und fein Ihr eure Oberfläche haben wollt.

Auswahl des richtigen Schleifpapier

Was bedeutet die Körnung beim Schleifpapier?

In der Regel wird die Körnung des Schleifpapier mit einer Zahl angegeben, allerdings bezieht sich die Zahl nicht auf die Menge der Körner, die sich auf dem Papier befindet.

Vielmehr geht die Zahl aus dem Produktionsprozess hervor. Bei der Herstellung des Schleifpapiers werden die Körner durch ein Sieb auf das Papier aufgebracht. Je mehr Maschen das Sieb auf einer bestimmten Länge hat, desto feiner sind die Körner, die auf den Papierträger gelangen und desto feiner ist folgerichtige das Schleifpapier. Die Körnungszahl gibt nun an, über wie viele Maschen das Sieb auf einer Länge von einem Zoll hat. Je größer die Zahl, desto feiner ist das Schleifpapier.

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Qualität des Schleifpapier

Neben der Körnung ist natürlich der Preis ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des Schleifpapiers. Doch hier gilt wie so oft bei Werkzeug und Arbeitsmaterialien: Billig ist nicht immer gut und auch nicht unbedingt preiswert.

Am Ende bezahlt man mit billigen Materialien oft mehr. Denn bei Schleifpapieren gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, die sich vor allem in der Standzeit ausdrücken. Das heißt, hochwertige Schleifpapiere nutzen sich langsamer ab, sie haben eine höhere Standzeit. Billige Papiere müssen unter Umständen schneller ausgewechselt werden.

Das ist nicht nur nervig, es wird für den gleichen Schliff auch mehr Papier benötigt. Die Kostenersparnis durch billiges Papier schwindet. Besonders ärgerlich ist dünnes, reißendes Schleifpapier beim Schleifen mit dem Schleifklotz. Spätestens an diesem Zeitpunkt hättet Ihr Euch gewünscht, ein paar Euros mehr für das Schleifpapier ausgegeben zu haben. 😉

Ganz gleich, ob mit der Hand oder eine Schleifmaschine geschliffen wird, auf die Qualität des Schleifpapiers solltet Ihr besonders bei größeren Projekten ein Auge haben.

Drei Tipps für ein optimales Ergebnis beim Holz schleifen

Mit der Auswahl eines hochwertigen Schleifpapiers und der richtigen Körnung gibt es noch zwei weitere Tipps für besonders gute Ergebnisse.

1. Insbesondere mit groben Schleifpapier immer mit der Faser schleifen. Sonst gibt es Kratzer, die sich u. U. nicht mehr entfernen lassen.

2. Wenn Ihr die Holzoberfläche vor dem Schleifen mit Wasser nass macht und an der Luft trockenen lässt, richten sich kleine und kleinste Holzfasern auf, die mit einem weiteren Schliff entfernt werden können. Die Oberfläche wird dadurch noch glatter.

3. Regelmäßig Staub entfernen, bspw. mit einem Handfeger oder Staubsauger. Denn andernfalls besteht die Gefahr, dass der Staub die Poren des Holzes verstopft oder zu Kratzern auf der Oberfläche führt. Das kann im Laufe der Zeit zu einer unansehnlichen Oberfläche führen.

Möbel schleifen – Handschliff oder Maschinenschliff?

Die bisher genannten Tipps gelten immer – ganz gleich, ob man sich die Mühe macht, die Holzoberfläche mit der Hand zu schleifen oder auf eine Schleifmaschine zurückgreift. Doch je nachdem, wie man sich entscheidet, müssen weitere Aspekte beachtet werden.

Klassisch und kräftezehrend: Der Handschliff

Tatsächlich lassen sich mit dem Schliff per Hand sehr gute Ergebnisse erzielen. Das Schleifpapier wird dabei um einen Schleifblock  gewickelt. Beim Schleifen sollte dabei in möglichst langen Zügen gearbeitet werden.

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Für größere Flächen eignet sich ein Handschleifer besonders gut, da dieses Hilfsmittel einen stabilen Griff mitbringt und eine große Fläche für das Schleifpapier bereitstellt.

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Bei einer gebogenen Oberfläche kann statt Schleifblock und Schleifpapier ein Schleifschwamm zum Einsatz kommen.

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Ihr könnt natürlich auch ohne Schleifblock etc. arbeiten. Kleine Bereichen lassen sich auch mit dem Schleifpapier in der Hand gut schleifen. Der Abtrag wird durch die Nutzung von Hilfsmitteln wie Schleifblock, Schwamm oder Handschleifer bei gleichem Muskeleinsatz erhöht. Der Abtrag ist gleichmäßiger und das Arbeiten insgesamt angenehmer.

Handschliff für Möbelprojekte

Es ist möglich ganze Möbelstücke mit der Hand abzuschleifen. Bei kostbaren oder manch furnierten Möbelstücken, ist der Handschliff sogar zu empfehlen.

Es erfordert allerdings – salopp gesagt  – Blut, Schweiß und Tränen, bis ein größeres Möbelstück perfekt mit der Hand geschliffen ist. Weswegen ich Euch für Möbelprojekte ein oder sogar zwei Schleifmaschinen definitiv ans Herz lege.

Schleifmaschinen erleichtern die Arbeit

Wer eine Schleifmaschine einsetzen möchte, steht im im Baumarkt oder Fachhandel vor einer großen Auswahl. Für jeden Einsatzzweck gibt es die passende Schleifmaschinen. Die wichtigsten Schleifgeräte für den Heimgebrauch sind Bandschleifer, Dreiecksschleifer, Exzenterschleifer und Schwingschleifer.

Bandschleifer

Bandschleifer nutzen ein endloses Schleifpapierband, das in großer Geschwindigkeit über Rollen läuft. Dadurch eignet sich diese Schleifmaschine hervorragend für große Flächen und einen schnellen Abtrag der Oberfläche.

+hoher Abtrag
+große ebene Flächen
+Schleifen in Faserlängsrichtung, keine Schleifkringel durch rotierende Bewegungen

Exzenterschleifer

Der Exzenterschleifer verfügt über eine runde Schleifplatte, die sich dreht und zugleich rotiert. der Exzenterschleifer ist schnell aber auch sehr effizient und eignet sich daher auch für größere Flächen. Er kann aber auch feine Schleifarbeiten übernehmen. Daher ist der Exzenterschleifer für den Einstieg eine gute Wahl. Der Nachteil des Exzenterschleifers ist, das man mit der runden Schleifplatte nicht in Ecken kommt und auch Kanten sich oft nicht gut schleifen lassen.

+hoher Abtrag
+große ebene Flächen
+Feinschliff / Polieren

Deltaschleifer

Meister der Ecken, Kanten und schlecht zugänglichen Bereiche ist der Delta- oder Dreiecksschleifer. Das Schleifgerät erhält seinen Nahmen von der dreieckigen, schwingenden Schleifplatte. Der Dreiecksschleifer ist optimal geeignet kleinere Bereiche sowie Ecken und schwerer zugängliche Bereiche zu schleifen.

+Ecken
+kleinere Bereiche
+Feinschliff
+Preis

Schwingschleifer

Der Schwingschleifer ist im Prinzip der maschinelle Schleifblock des Handschliffs. Er besitzt eine rechteckige schwingende Platte, die über das Holz bewegt wird. Insbesondere günstige Schwingschleifer bieten nur geringen Abtrag und sind daher eher für den Feinschliff geeignet.

+Feinschliff / Polieren

Besonderheit Multischleifer

Sehr praktisch sind die sogenannten Multitools. Bei diesen Geräten können verschiedene Schleifplatten montiert werden. Sie ersparen damit die Anschaffung unterschiedlicher Geräte, weil man bspw. mit einem runden oder rechteckigen Schleifkopf nicht in Ecken kommt.

 

Empehlenswerte Schleifgeräte

Mit allen folgenden Marken habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht. Bosch ist für den Heimgebrauch fast immer eine Bank und bietet gute Qualität zu erschwinglichen Preisen.

Was viele nicht wissen. Skil ist die Discountmarke von Bosch und im bietet qualitative Produkte im Einstiegssegment.

Makita fertigt hochwertige Maschinen im mittleren und oberen Preissegment. Mit Festool kauft Ihr euch echte Profiqualität und Werkzeug, dass so richtig Spaß macht.

Holz schleifen produziert viel Staub

Schleifen produziert allgemein sehr viel Staub. Daher ist beim Schleifen auf eine gute Belüftung im Raum und Staubschutz zu achten. Besonders beim Einsatz von Schleifmaschinen erhöht sich die erzeugte Menge an Staub in der gleichen Zeit enorm.

Atemmaske und Handschuhe sind Pflicht. Bei gröberen Schleifarbeiten ist eine Schutzbrille sinnvoll und bei lauten Maschinen kann ein Gehörschutz notwendig sein.

Schleifgeräte mit Staubabsaugung

Erwägt Ihr den Kauf einer Schleifmaschine rate ich euch dringend, eine Maschine mit Staubabsaugung ins Auge zu fassen! Meine erstes Schleifgerät hatte dies nicht und ich staubte wirklich die ganze Wohnung voll. Ganz abgesehen von der Verschmutzung ist Staub in Mengen der Gesundheit nicht förderlich. Zudem können sich in alten Lacken gesundheitsgefährdende Stoffe befinden, die sich beim Schleifen als Staub lösen.

Vollkommen entnervt von der Staubentwicklung kaufte ich mir dann einen Exzenterschleifer mit Staubabsaugung. Inzwischen haben dies fast alle Maschinen. Der Staub wird dann bereits beim Schleifen abgesaugt.

Staubabsaugung über Staubsaugeranschluss oder Beutel

Dies geschieht entweder in einen kleinen Beutel, der an der Maschine befestigt ist oder über einen Staubsaugeranschluss. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass die Absaugung über den Staubsaugeranschluss dabei sehr viel effektiver ist.

Gegen den Staubsaugeranschluss spricht nur eins: die mangelnde Mobilität. Insbesondere bei Akkubetrieben Schleifgeräten, ist ein stationärer Staubsauger  das ein oder andere Mal hinderlich. Glücklicherweise bieten die meisten Geräte beides: die Möglichkeit einen Beutel aufzustecken oder einen Staubsauger anzuschließen

Dabei solltet Ihr Eure Erwartungen aber nicht zu hoch setzen. Auch mit einer Staubabführung werden die Geräte für den Heimgebrauch immer Staub produzieren, leider. Es landet dann nur nicht mehr ganz so viel in der Wohnung. 🙂 Eine wirklich zufrieden stimmende Staubabsaugung bieten nur teure Geräte für den professionellen Einsatz.

Holz schleifen Möbel

Was beim Schleifen mit der Maschine zu beachten ist

Ohne Druck geht es besser!

Ganz gleich, für welches Gerät man sich entscheidet: Während des Schleifens sollte so wenig Druck wie möglich auf die Maschine und das Werkstück ausgeübt werden. In der Regel reicht das Eigengewicht der Schleifmaschine völlig aus, um zwischen Holzoberfläche und Schleifpapier genug Druck für einen effektiven Schleifvorgang zu erzeugen.

Zuviel Druck kann unliebsamer Folgen haben. Die Maschine kann sich festbeißen und Kratzer können entstehen. Durch den Druck kann es zudem zu einer großen Hitzeentwicklung kommen, die nicht nur der Maschine, sondern auch dem Holz schaden kann.

 

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